Mitteilungen aus der Führungsakademie

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Sechs Leitideen für eine bessere Integration von Migranten

 

Der Gmünder Weg:

 

Sechs Leitideen für eine bessere Integration von Migranten

 

Schwäbisch Gmünd ist durch Zuwanderung geprägt, in der 60.00 Einwohnerstadt leben Menschen aus über 120 Nationen. Integration spielt hier bereits seit Jahren eine zentrale Rolle. Neben einem Integrationsbeauftragten wurde auch ein Integrationsbeirat installiert, der aus 33 Mitgliedern besteht. Mit Beteiligung der Bürger entstand ein strategisches Integrationskonzept mit sechs Handlungsfeldern: Sprache und Bildung, Wirtschaft und Arbeit, Wohnen und Stadtentwicklung, Gesundheit und Sport, Aktives Zusammenleben sowie Interkulturelle Öffnung der Institutionen. Expertengruppen beschrieben jeweils Ziele und brachten Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten von Migranten auf den Weg. Allgemeine Leitvorstellungen dienen als Kompass für das Zusammenleben.

 

1. Interkulturalität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen

Besseres Kennenlernen ist essentiell für ein gutes Zusammenleben. Gerade die Teilhabe am kulturellen Leben des Anderen, etwa durch gemeinsam geplante Feste und Veranstaltungen, führt zu einer Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und dazu, dass das Bild vom Anderen als Fremden ablegt werden kann.

 

2. Gemeinsam Projekte der Stadtgemeinschaft fördern

Die Einbindung in städtische Projekte fördert das Zugehörigkeitsgefühl von Geflüchteten und Migranten.

 

3. Orte der Integration und Beteiligung vor Ort schaffen

Angebote sollten mobil sein und so nah wie möglich an deren Wohnort. In jeder Gemeinde, in jedem Stadtteil sollten Orte zur Durchführung von Integrationsmaßnahmen vorhanden sein.

 

4. Arbeit mit Multiplikatoren aus verschiedenen ethnischen Communities

Multiplikatoren ermöglichen es bestimmte Zielgruppen besser zu erreichen und entsprechenden Informationen zielgerichtet zu adressieren. Wenn Hinweise über Vertrauenspersonen weitergegeben werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Migrantinnen und Migranten die Angebote auch wahrnehmen.

 

5. Bildung von Kulturtandems und Bildungspartnerschaften

Der Kontakt mit den ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bzw. Paten dient der Unterstützung der Geflüchtete und Migranten bei Schwierigkeiten in der Schule oder bei bürokratischen Angelegenheiten. Dies kann auf beiden Seiten zu besserer Integration und Einbindung in das kulturelle und gesellschaftliche Leben führen.

 

6. Anerkennung und Respekt vor kulturellen Unterschieden

Interkulturelle Kontakte tragen zu beidseitigem Respekt und zur Toleranz von Unterschieden bei und helfen Vorurteile zu reduzieren. Die Anerkennung von Individualität führt oft dazu, den Anderen mehr als Mensch, Freund und Mitbürger wahrzunehmen und nicht mehr als Fremden.

 


Seminar "Migration und Bürgerbeteiligung" am 14./15.11.2016

Am 14./15.11.2016 bieten wir in Zusammenarbeit der Stadt und der PH Schwäbisch Gmünd ein Vertiefungsmodul „Migration und Bürgerbeteiligung“ an.