Masterclass KI: Von der Idee zur Praxis

Am 27. und 28. Juli 2026 kamen die Teilnehmenden der Masterclass zu den ersten Präsenzterminen im Moderationszentrum der Führungsakademie in Stuttgart zusammen. Im Mittelpunkt der Masterclass steht die Weiterentwicklung konkreter KI-Anwendungen und KI-Projekte für die öffentliche Verwaltung. Ausgangspunkt sind reale Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag der Teilnehmenden. Die aus der Praxis eingebrachten Projekte reichen von KI-gestützter Recherche und der Erstellung von Bauartgenehmigungen über einen Sprachassistenten für die strukturierte Walddatenerfassung bis hin zu einem KI-gestützten, lernenden Versorgungsmonitoring für die Hebammenversorgung.
„Durch die Vernetzung und den Blick über die Oberfläche hinaus soll die Masterclass eine Basis dafür schaffen, diese Projekte auch über die gemeinsame Zeit hinaus erfolgreich weiterzuentwickeln“, betonte Projektleiter Dr. Christoph Schneider in seiner Begrüßung der Teilnehmenden.
KI ist kein Technologieprojekt. Sie ist ein Organisationsentwicklungsprojekt.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der einzelnen Projekte hielt Prof. Dr. Caroline Ruiner eine Keynote zum Verhältnis von Künstlicher Intelligenz und Arbeitswelt mit besonderem Fokus auf organisatorische Voraussetzungen und Entwicklungsaufgaben. Dabei betonte sie die Bedeutung einer aktiven Auseinandersetzung der Verwaltungsmitarbeitenden mit den Chancen der KI. Zugleich warnte sie vor der Gefahr eines „schleichenden Kontrollverlusts“.
Unter dem Leitgedanken „Mitarbeitende und KI – Best of both worlds“ stellte sie den Teilnehmenden vier zentrale Säulen vor, die für den erfolgreichen Umgang mit KI entscheidend seien: Reflexionsfähigkeit, Lernfähigkeit, Gestaltungsfähigkeit und Legitimationsfähigkeit. Ziel sei es, KI künftig verantwortungsvoll und strategisch einzusetzen, um Organisationsstrukturen sinnvoll weiterzuentwickeln.

Future Skills für KI in der Verwaltung
Der Nachmittag begann mit der Vorstellung ausgewählter KI-Change-Maker der Landesverwaltung Dr. Susanne Ast (WM), Florian Hoch (KM), Linda Scheu (CSBW) und Carolin Kliem (IM). In der anschließenden, von Bettina Klammt moderierten Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass die Implementierung von Künstlicher Intelligenz im Verwaltungsalltag weit über technische Fragen hinausgeht. Entscheidend sei, alle Mitarbeitenden in den Blick zu nehmen, um möglichst viele auf dem Weg der digitalen Transformation mitzunehmen und das Thema nachhaltig zu verankern.
Anschließend bot die Kleingruppenarbeit einen fließenden Übergang in die inhaltliche Vertiefung. Unter den Themen „Future Skills für KI in der Verwaltung“, „Das perfekte KI-Team in der Verwaltung“, „Worst-Case-Anwendungen durch Nutzende vermeiden“ und „Digitale Souveränität in Wirtschaft und Verwaltung“ erarbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam mit den KI-Change-Makern konkrete Impulse und Lösungsansätze. Die Ergebnisse wurden im Plenum vorgestellt und sollen als praxisnahe Orientierung dienen, um gegenwärtige wie zukünftige Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag und der Projektarbeit zu bewältigen.
Der zweite Tag des Auftaktmoduls der Masterclass stand ganz im Zeichen von KI-Projekten. Die Keynote des Tages hielt Christian Rupp M.A. Als versierter Experte mit internationaler Erfahrung in der Digitalisierung des öffentlichen Dienstes teilte er sein Wissen zu den Ermöglichungsbedingungen erfolgreicher KI-Projekte in der öffentlichen Verwaltung. Hierzu zählen nicht nur die digitale Technik, sondern insbesondere rechtliche und kulturelle Voraussetzungen, etwa die einheitliche Verwendung von Begrifflichkeiten. Vom Wissen von Christian Rupp können die Teilnehmenden der Masterclass in einem projektbezogenen Individualcoaching weiter profitieren. Der zweite Teil des Tages bildete den Einstieg in die Projektarbeit und die kollegiale Beratung zu den Projekten zwischen den Teilnehmenden, eine der wesentlichen Säulen der Masterclass.
Zum Abschluss der Veranstaltung gab Projektleiterin Tabea Hein einen Ausblick auf die kommenden Monate. Neben drei Präsenzmodulen erwarten die Teilnehmenden selbstorganisierte Lernphasen mit individueller Projektarbeit, dem Austausch in den Lerngruppen sowie der ergänzenden KI-Werkstatt – einem einstündigen Online-Format. Im Mittelpunkt stehen dort nicht Präsentationen, sondern die Fragen, Projekte und Erfahrungen der Teilnehmenden. Gemeinsam werden Ideen weiterentwickelt, Herausforderungen diskutiert, Feedback ausgetauscht und Lösungsansätze erarbeitet. So entsteht ein praxisnaher Lernraum, der den Wissenstransfer fördert und die individuelle Weiterentwicklung der Projekte gezielt unterstützt.
Die Teilnahme an der KI-Werkstatt steht allen Bewerbenden offen – unabhängig davon, ob sie in den aktuellen Qualifizierungsdurchgang aufgenommen wurden. Es lohnt sich also, auch bei der nächsten Bewerbungsrunde im Jahr 2027 wieder dabei zu sein.
Beauftragung im Rahmen der Digitalakademie@bw
Die Führungsakademie ist zum vierten Mal mit dem Projekt “Digital Leadership“ als Teil der Digitalakademie@bw durch das Ministerium des Innern, für Digitalisierung und Europa Baden-Württemberg beauftragt. Damit trägt sie zur Umsetzung der Landesstrategie digital.LÄND bei, leistet einen wesentlichen Beitrag zur landesweiten Kompetenzentwicklung zu „KI und Führung“ und unterstützt Führungskräfte in der Landesverwaltung, Synergien zwischen Führung, Teams und KI-Technologien zu nutzen.
Ansprechpartner/-innen
Bettina Klammt
0711 335000-82
bettina.klammt@fuehrungsakademie.bwl.de
Tabea Hein
0711 335000-62
tabea.hein@fuehrungsakademie.bwl.de
Dr. Christoph Schneider
0721 926-6613
christoph.schneider@fuehrungsakademie.bwl.de